Was muss man bei einem Transport in ein Wiener Krankenhaus beachten?
Für alle nicht vorgeplanten Patiententransporte in ein Wiener Krankenhaus, d.h. für alle RD-Events und dringenden Krankentransporte (s.g. Einweisungen), ist eine Vorab-Abklärung mit der Wiener Bettenzentrale notwendig.
Gemäß einer Vereinbarung zwischen der Leitstelle Wien (MA70) und der Leitstelle NÖ (Notruf NÖ) werden ausnahmslos ALLE derartigen Patienten bei der Bettenzentrale der Wiener Rettung (MA70) angemeldet.
Können oder sollen NÖ-Rettungsmittel direkt mit der Wiener Bettenzentrale "verhandeln"?
Nein. Der Bedarf ist immer über Notruf NÖ (LEO) am besten via TETRA abzuklären bzw. abzuhandeln. Nie kontaktiert ein Fahrzeug direkt die MA70-Bettenzentrale.
Wie ist der Ablauf, wenn ein Patient in ein Wiener Krankenhaus transportiert werden soll?
- Das NÖ-Rettungsmittel (Notarzt/RTW/KTW) gibt den Wunsch eines Transportes nach Wien via TETRA bei LEO bekannt. Dabei sind folgende Patientendaten zu übermitteln:
- Geschlecht
- Alter
- Verdachtsdiagnose
- Erforderliche Fachabteilung (ggf. Wunsch-Zielkrankenhaus)
- ggf Zusatzinfos/Besonderheiten
- Der LEO-Disponent klärt mit der Leitstelle Wien ab, ob in Wien ein adäquates Bett verfügbar ist bzw. ob die gewünschte Station nicht gesperrt ist.
- Eine Zusage wird an das Rettungsmittel weitergegeben, erst dann kann der Transport stattfinden
- Bei gewissen Abteilungen wird mit der Zusage auch die sogenannte "Casusnummer" mitübermittelt. Diese Casusnummer wird bei der Aufnahme im Zielkrankenhaus dann vom KH-Team verlangt.
- Ist eine Zusage nicht möglich, dann ist gemeinsam mit der Leitstelle NÖ (LEO) in anderes Krankenhaus (in NÖ) auszuwählen und anzufahren.
Wann bekomme ich eine "Casusnummer" und wann nicht?
Für gewisse Bettenarten bzw. Behandlungskapazitäten (INT, CHIR, INTENSIV, ..) werden so genannte "Casusnummern" vergeben, die von der Leitstelle NÖ an das Fahrzeug übermittelt werden. Diese Casusnummern sind dann beim Eintreffen im Krankenhaus notwendig und dem Krankenhaus-Team bekanntzugeben.
Unabhängig davon ob eine Casusnummer nötig ist oder nicht sind aber ausnahmslos ALLE Transporte in ein Wiener Krankenhaus bei der Leitstelle anzumelden. Auch Transporte für die man schlußendlich keine Casusnummer bekommt sind vorab bei der Leitstelle anzumelden und dürfen erst nach Genehmigung auch so durchgeführt werden.
Gelten diese Regelungen für alle Rettungsmittel gleichermaßen?
Ja, alle Rettungsmittel, egal welchen Typs (NAH/NAW/NEF/RTW/KTW, ..) wickeln das in exakt gleicher Art und Weise wie hier beschrieben ab. Lediglich der Wiener NAH Christophours 9 macht sich die Wiener Betten mit "seiner" Bettenzentrale selbst aus.
Was ist, wenn angeblich bereits eine Bettenzusage durch ein Wiener Spital oder einen Arzt vorliegt?
Oftmals kommt es vor, dass Angehörige oder Praktiker bereits eine Bettenzusage der aufnehmenden Abteilung oder eines speziellen Arztes eingeholt haben. Auch der Satz "Der Herr Doktor/Oberarzt/Primar/Professor hat gesagt, wir können jederzeit kommen" ist oftmals zu hören. Da diese Zusagen leider größtenteils unzulässig sind bzw. von Personen kommen, die eine derartige Zusage nicht geben können oder dürfen, müssen alle derartigen Zusagen zuerst von der Leitstelle verifiziert werden.
Auch in diesem Fall ist die LEO via TETRA-Funk zu kontaktieren und die entsprechenden Infos sind zu übermitteln (wer hat wo zugesagt). LEO wird die "Zusage" überprüfen und erst wenn auch die Wiener Bettenzentrale diese Zusagen bestätigt hat, kann der Transport so durchgeführt werden.
Was ist, wenn der Patient erst vor kurzem aus einem Wiener Spital entlassen wurde?
Internistische Patienten, die vor maximal 72 Stunden entlassen wurden, werden in jedem Fall auch wieder aufgenommen. Für andere Fachrichtungen gilt derartiges nicht.
Trotzdem ist eine Voranmeldung/Abklärung über die Leitstelle nötig.
Können Wiener Spitäler nur für NÖ-Patienten gesperrt sein, Wiener dürfen aber kommen?
Nein, alle Patienten sind gleichwertig, egal aus welchem Bundesland sie kommen oder welche Krankenversicherung sie haben.
Gilt für eine bestimmte Fachrichtung die "Vorwarnstufe" (früher auch als "§1" bezeichnet), d.h. es sind in Wien keine oder nur minimal begrenzte Kapazitäten verfügbar, werden wir uns aber bemühen, die niederösterreichischen Patienten nach Maßgabe jedenfalls in Niederösterreich unterzubringen um die Situation in Wien nicht noch zusätzlich zu verschärfen.
Benötigt man für Ambulanztransporte auch irgend etwas vorab?
Nein. Für Ambulanztransporte, d.h. vorplante Transporte zu einer Kontrolluntersuchung oder Behandlung auf eine Ambulanz wie sie hundertfach am Tag durchgeführt werden benötigt man nichts. Diese müssen auch nirgends vorab angemeldet werden.
Wem oder wohin melde ich Probleme?
Alle Probleme mit Bettenzuteilungen in Wien bitte immer möglichst rasch an info@144.at mailen, damit Fehlentwicklung rasch abgestellt werden können.
Hier klicken für die aktuelle SOP Versorgung/Bettenanforderung Wien als pdf-Datei
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